Einträge von Marvin

Das alte Datenschutz-Dilemma: Freiheit vs. Sicherheit

Freiheit und Sicherheit werden oft als zwei große Gegensätze unserer Zeit dargestellt. Man will sich natürlich sicher fühlen, aber dabei auch nicht zu sehr eingeschränkt werden. Aktuelle Beispiele liefern gerade zwei Gesetzentwürfe bzw. Gedankenspiele aus dem Justiz- und dem Innenministerium: Es geht um eine mögliche Pflicht von Online-Diensten, Passwörter von mutmaßlichen Kriminellen herauszugeben sowie flächendeckende Gesichtserkennungs-Software, die z.B. in den USA schon weit verbreitet ist: Der Dienst „Clearview“ ermöglicht dort, Straftäter in einer drei Billionen Bilder umfassenden Datenbank in Minuten ausfindig zu machen.

Datenschutz im Arbeitsalltag

Die DSGVO sieht in Artikel 83 vor, dass Unternehmen als Ganzes dafür haften, wenn Beschäftigte – also nicht nur Führungspersonen – gegen den Datenschutz verstoßen, solange es sich nicht um einen Exzess handelt.

Tracking: Notwendiges Übel oder übler Datenschutzverstoß?

Zahlreiche Datenschutzbeauftragte der Länder und des Bundes haben vor einigen Tagen Unternehmen und auch öffentliche Stellen aufgefordert, „Google Analytics“ und andere „Tracking“-Angebote nicht ohne Einwilligung einzusetzen. So heißt es: „Wenn Anbieter von in Websites eingebundenen Dritt-Diensten die dort erhobenen Daten auch für eigene Zwecke nutzen, muss hierfür vom Websitebetreiber eine explizite Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer eingeholt werden.“

Datenschutz 2019 und 2040: was bringt die Zukunft?

In wenigen Wochen veranstalte ich die erste KIJUda-Konferenz unter dem Motto „Unternehmen der Zukunft“ (hier mehr Informationen und Anmeldung). Natürlich geht es in meinem Slot um den Datenschutz der Zukunft. Daher will ich heute eine kleine Bestandsaufnahme machen,

Datenschutz im Gesundheitswesen: Sensibelste Daten, unwissendes Personal?

Kürzlich hat uns – leider wieder einmal – ein Datenschutz-Skandal erschüttert: Hochsensible medizinische Daten von rund 16 Millionen Patienten aus der ganzen Welt wurden offenbar jahrelang auf ungeschützten Servern gespeichert. Ein IT-Experte ist zufällig auf das Leck gestoßen und hat es daraufhin dem Bayrischen Rundfunk und den Behörden gemeldet. Wie lange die Daten schon abrufbar waren, weiß man nicht.

Geld 4.0, Teil 2: Kryptowährungen und Facebooks „Libra“

Schauen wir uns heute mal einen weiteren Trend rund ums digitale Geld an: Der Bitcoin ist medial in den letzten Wochen etwas durch Facebooks geplante neue Kryptowährung „Libra“ verdrängt worden. Hin und wieder geistern auch Meldungen durch die Medien, dass Länder wie Iran oder Venezuela eigene staatliche Kryptowährungen einführen wollen.

Geld 4.0, Teil 1: Fintech-Apps und die Zwei-Faktor-Authentifizierung

Für viele Banken war vor einigen Jahren der Weg zum Online-Banking am Computer bereits ein großer Schritt, nach und nach wurden dann auch Apps fürs mobile Bankgeschäft auf den Markt gebracht. Fintechs hingegen zäumen das Pferd von hinten auf: Viele Anbieter haben zuerst (oder ausschließlich) eine Smartphone-App fürs eigene Banking entwickelt und so mittlerweile Millionen von Kunden angelockt. Sie haben die Zwei-Faktor-Authentifizierung bereits von vorn herein eingebaut. Die klassischen Geldhäuser müssen diese aufgrund einer neuen EU-Richtlinie nun bis Mitte September endlich einführen.

Steht der Datenschutz dem Whistleblowing im Wege?

Auf dieses Thema hat mich die jüngste Regierungskrise in Österreich gebracht. Deren Auslöser war ein heimlich auf Ibiza aufgenommenes Video des bisherigen Vizekanzlers HC Strache, in dem er 2017 einer angeblichen russischen Oligarchin Staatsaufträge im Gegenzug für Wahlkampfhilfe angeboten haben soll. Das Video wurde von „Süddeutscher Zeitung“ und „Spiegel“ veröffentlicht. Größere Aufmerksamkeit wurde natürlich den politischen Folgen des Videos zuteil, es meldeten sich aber auch Datenschützer zu Wort: So bezeichnete der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink die Veröffentlichung des Materials gar äußerst kritisch als „kriminelles Unrecht“, da das Hintergehen politischer Gegner und das Verletzen ihrer Privatsphäre ein immenser Schaden für unsere politische Kultur und damit für uns alle darstelle.

Was passiert eigentlich mit den eigenen Online-Daten, wenn man stirbt?

Darüber musste kürzlich mal wieder ein deutsches Gericht verhandeln. Das Landgericht Münster hat Apple dazu verurteilt, den iCloud-Account für die Angehörigen eines verstorbenen Mannes zu öffnen. Dieser war unter ungeklärten Umständen im Ausland ums Leben gekommen. Deshalb erhofften sich die Angehörigen von den Fotos, E-Mails, Dokumenten etc. in der iCloud Aufschluss über die Hintergründe. Apple hatte sich zunächst geweigert, das Passwort und damit die gespeicherten Daten preiszugeben. Warum, ist nicht klar. In früheren Fällen wurde der Zugang auch ohne Gerichtsverfahren nach Vorlage eines Erbscheins in der Regel gewährt.