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Nach und nach gewöhnt man sich an die neue Normalität mit Abstands- und Hygieneregeln. Damit endet nun spätestens jetzt die Zeit, in der beim Datenschutz aufgrund der außergewöhnlichen CoViD-19-Pandemie alle Augen zugedrückt werden konnten. Auch die Aufsichtsbehörden arbeiten inzwischen wieder normal. Die DSGVO

In wenigen Wochen veranstalte ich die erste KIJUda-Konferenz unter dem Motto „Unternehmen der Zukunft“ (hier mehr Informationen und Anmeldung). Natürlich geht es in meinem Slot um den Datenschutz der Zukunft. Daher will ich heute eine kleine Bestandsaufnahme machen,

Kürzlich hat uns – leider wieder einmal – ein Datenschutz-Skandal erschüttert: Hochsensible medizinische Daten von rund 16 Millionen Patienten aus der ganzen Welt wurden offenbar jahrelang auf ungeschützten Servern gespeichert. Ein IT-Experte ist zufällig auf das Leck gestoßen und hat es daraufhin dem Bayrischen Rundfunk und den Behörden gemeldet. Wie lange die Daten schon abrufbar waren, weiß man nicht.

Schauen wir uns heute mal einen weiteren Trend rund ums digitale Geld an: Der Bitcoin ist medial in den letzten Wochen etwas durch Facebooks geplante neue Kryptowährung „Libra“ verdrängt worden. Hin und wieder geistern auch Meldungen durch die Medien, dass Länder wie Iran oder Venezuela eigene staatliche Kryptowährungen einführen wollen.

Darüber musste kürzlich mal wieder ein deutsches Gericht verhandeln. Das Landgericht Münster hat Apple dazu verurteilt, den iCloud-Account für die Angehörigen eines verstorbenen Mannes zu öffnen. Dieser war unter ungeklärten Umständen im Ausland ums Leben gekommen. Deshalb erhofften sich die Angehörigen von den Fotos, E-Mails, Dokumenten etc. in der iCloud Aufschluss über die Hintergründe. Apple hatte sich zunächst geweigert, das Passwort und damit die gespeicherten Daten preiszugeben. Warum, ist nicht klar. In früheren Fällen wurde der Zugang auch ohne Gerichtsverfahren nach Vorlage eines Erbscheins in der Regel gewährt.

+++Facebook plant engeren Datenaustausch mit WhatsApp und Instagram +++ Bundespolizei speichert Bodycam-Daten auf Amazon-Servern +++ Uploadfilter auch datenschutzrechtlich ein Problem +++ DSGVO: Löschung von Daten ist wohl auch durch Anonymisierung möglich +++ regelmäßiger Passwortwechsel ist nicht mehr unbedingt zeitgemäß+++

Der aktuelle DSGVO-Index zeigt, dass erst 43% aller Unternehmen ihre eigenen IT-Aktivitäten als vollkommen DSGVO-konform bewerten würden. 39% arbeiten nach eigener Aussage immer noch an der praktischen Umsetzung und stolze 18% haben bisher gar nichts geändert. Damit riskiert mehr als jedes zweite Unternehmen Bußgelder für eine Verordnung die nun schon seit fast drei Jahren bekannt und seit fast einem Jahr – seit Ende Mai 2018 – in Kraft ist

Mal ehrlich, welches Unternehmen verzichtet heute noch freiwillig auf den Marketingeffekt, den Unternehmensseiten in den sozialen Netzwerken mit sich bringen? Mehr Bekanntheit, gelenktes Image, Vergrößerung der Interessenten und Käufer… Man wäre ja dumm, geschäftlich diese Wirkungsbreite außer Acht zu lassen. Doch Vorsicht!