Steht der Datenschutz dem Whistleblowing im Wege?

Auf dieses Thema hat mich die jüngste Regierungskrise in Österreich gebracht. Deren Auslöser war ein heimlich auf Ibiza aufgenommenes Video des bisherigen Vizekanzlers HC Strache, in dem er 2017 einer angeblichen russischen Oligarchin Staatsaufträge im Gegenzug für Wahlkampfhilfe angeboten haben soll. Das Video wurde von „Süddeutscher Zeitung“ und „Spiegel“ veröffentlicht. Größere Aufmerksamkeit wurde natürlich den politischen Folgen des Videos zuteil, es meldeten sich aber auch Datenschützer zu Wort: So bezeichnete der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink die Veröffentlichung des Materials gar äußerst kritisch als „kriminelles Unrecht“, da das Hintergehen politischer Gegner und das Verletzen ihrer Privatsphäre ein immenser Schaden für unsere politische Kultur und damit für uns alle darstelle.

Was passiert eigentlich mit den eigenen Online-Daten, wenn man stirbt?

Darüber musste kürzlich mal wieder ein deutsches Gericht verhandeln. Das Landgericht Münster hat Apple dazu verurteilt, den iCloud-Account für die Angehörigen eines verstorbenen Mannes zu öffnen. Dieser war unter ungeklärten Umständen im Ausland ums Leben gekommen. Deshalb erhofften sich die Angehörigen von den Fotos, E-Mails, Dokumenten etc. in der iCloud Aufschluss über die Hintergründe. Apple hatte sich zunächst geweigert, das Passwort und damit die gespeicherten Daten preiszugeben. Warum, ist nicht klar. In früheren Fällen wurde der Zugang auch ohne Gerichtsverfahren nach Vorlage eines Erbscheins in der Regel gewährt.

Datenschutz-News im April:

+++Facebook plant engeren Datenaustausch mit WhatsApp und Instagram +++ Bundespolizei speichert Bodycam-Daten auf Amazon-Servern +++ Uploadfilter auch datenschutzrechtlich ein Problem +++ DSGVO: Löschung von Daten ist wohl auch durch Anonymisierung möglich +++ regelmäßiger Passwortwechsel ist nicht mehr unbedingt zeitgemäß+++

Bald wird es ernst: Auch beim Datenschutz spielt der BREXIT eine große Rolle

… insbesondere wenn Sie Daten in Großbritannien speichern oder das Vereinigte Königreich als Daten-Transitland nutzen. Während die wirtschaftlichen Folgen für das Land selbst zur Zeit in den Medien rauf und runter diskutiert werden, hören wir vom Datenschutz relativ wenig. Dabei hat das Folgen für die gesamte EU.

Auch im neuen Jahr: DSGVO und kein Ende…

Der aktuelle DSGVO-Index zeigt, dass erst 43% aller Unternehmen ihre eigenen IT-Aktivitäten als vollkommen DSGVO-konform bewerten würden. 39% arbeiten nach eigener Aussage immer noch an der praktischen Umsetzung und stolze 18% haben bisher gar nichts geändert. Damit riskiert mehr als jedes zweite Unternehmen Bußgelder für eine Verordnung die nun schon seit fast drei Jahren bekannt und seit fast einem Jahr – seit Ende Mai 2018 – in Kraft ist

Datenschutz-News im Januar:

Liebe Leser/-innen,
sind Sie gut ins neue Jahr gekommen? Ich möchte mich an dieser Stelle für Ihre Treue bedanken und hoffe, Sie weiter als Leser unterhalten und informieren zu dürfen. Bevor wir ins Jahr 2019 starten, möchte ich noch auf ein paar Datenschutz-Neuigkeiten hinweisen…

Datenschutz ist kein Hexenwerk!

Achtung, derzeit machen wieder Trojaner die Runde: Entsprechende E-Mails geben vor, von einem vertrauenswürdigen Absender (Kollegen, Geschäftspartner oder auch ihr Telekommunikationsanbieter) zu stammen, sind glaubhaft und in gutem Deutsch verfasst…

Fiktive „Datenschutzauskunft-Zentrale“ nutzt Unsicherheit über DSGVO schamlos aus – nicht antworten!

Die Datenschutzbeauftragten der Bundesländer warnen vor einem Fake-Fax einer sogenannten „Datenschutzauskunft-Zentrale“ – die es überhaupt nicht gibt. Laut Absender des Schreibens sitzt die „Datenschutzauskunft-Zentrale“ im brandenburgischen Oranienburg in der Lehnitzstraße 11.

Datenschutz spielt auch innerhalb der eigenen Firma eine Rolle!

Seit dem 01. September 2018 hat KIJUDA mit Monika Schulze eine neue Mitarbeiterin, die mich im Backoffice unterstützt und so meine neue Büroassistenz ist. Damit haben wir nun doppelte Power, um all Ihre Anfragen zu beantworten!

Facebook-Fanpages sind für viele Unternehmen wertvoll – und eine Sorge mehr!

Mal ehrlich, welches Unternehmen verzichtet heute noch freiwillig auf den Marketingeffekt, den Unternehmensseiten in den sozialen Netzwerken mit sich bringen? Mehr Bekanntheit, gelenktes Image, Vergrößerung der Interessenten und Käufer… Man wäre ja dumm, geschäftlich diese Wirkungsbreite außer Acht zu lassen. Doch Vorsicht!